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Amundi-Studie: Altersvorsorge und KI verändern das Anlageverhalten

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Private Ersparnisse und Kapitalanlagen gewinnen für die Altersvorsorge weltweit an Bedeutung. Gleichzeitig fehlt vielen Menschen das Vertrauen in die eigenen Anlagekenntnisse. Das zeigt die dritte Auflage der globalen Studie „Decoding Digital Investors“ der Fondsgesellschaft Amundi. Dafür wurden 18.000 Privatanleger und Sparer in 26 Ländern zu ihren finanziellen Zielen, Sorgen, Verhaltensweisen und Informationsquellen befragt.

Die Ergebnisse für 2026 verdeutlichen, dass die private Altersvorsorge für viele Befragte eine zentrale Herausforderung darstellt. Zwar rechnen Anleger zunehmend damit, einen erheblichen Teil ihres späteren Einkommens selbst finanzieren zu müssen, doch Unsicherheit und fehlendes Finanzwissen erschweren die Umsetzung langfristiger Anlagestrategien.

**Private Ersparnisse werden für die Rente wichtiger**

Persönliche Ersparnisse und Investments sind inzwischen die wichtigste erwartete Quelle für das spätere Renteneinkommen. Im Durchschnitt gehen die Befragten davon aus, 42 Prozent ihrer Altersvorsorge selbst finanzieren zu müssen. Damit liegen private Mittel noch vor staatlichen Leistungen und Betriebsrenten.

Besonders ausgeprägt ist diese Entwicklung in Asien. Dort erwarten Anleger, mehr als die Hälfte ihrer späteren Alterseinkünfte aus privaten Ersparnissen und Investments bestreiten zu müssen.

Trotz dieser Erwartungen nennen lediglich 36 Prozent der Befragten die Altersvorsorge als Hauptgrund für ihre Anlageentscheidungen. In Europa liegt der Anteil bei 34 Prozent, in Asien bei 40 Prozent. Gleichzeitig ist das Vertrauen in die eigene langfristige finanzielle Sicherheit gering: Nur 23 Prozent derjenigen, die für das Alter investieren, sind sehr zuversichtlich, ihr Ziel erreichen zu können. Im Vorjahr waren es noch 26 Prozent.

**Junge Sparer zeigen hohe Investitionsbereitschaft**

Gleichzeitig wächst das Interesse am Kapitalmarkt. 43 Prozent der bislang nicht investierenden Sparer planen, innerhalb der kommenden zwölf Monate erstmals Geld anzulegen. Besonders hoch ist die Bereitschaft bei den 21- bis 30-Jährigen: In dieser Altersgruppe wollen 62 Prozent den Einstieg in den Kapitalmarkt wagen.

Ein wesentliches Hindernis bleibt jedoch die Angst vor finanziellen Verlusten. 39 Prozent der Sparer geben an, dass sie dadurch von einem Investment abgehalten werden.

Zwischen den einzelnen Ländern bestehen erhebliche Unterschiede. In Dänemark zeigen 79 Prozent der Sparer Interesse an einem Einstieg in den Kapitalmarkt, in Singapur sind es 73 Prozent. Deutschland und Belgien bilden mit jeweils 24 Prozent das untere Ende der untersuchten Märkte.

**KI wird zunehmend zum Anlageberater**

Besonders deutlich verändert sich die Informationsbeschaffung der Anleger. Innerhalb eines Jahres hat sich der Anteil der Befragten, die regelmäßig KI-Assistenten für Anlageideen und Finanzinformationen nutzen, auf 19 Prozent vervierfacht.

Noch größer ist die Bedeutung von künstlicher Intelligenz bei konkreten Anlageentscheidungen. Sieben von zehn Anlegern haben laut Studie bereits KI eingesetzt, um Investitionsentscheidungen vorzubereiten oder zu treffen. Von diesen Nutzern haben 59 Prozent entsprechende Empfehlungen anschließend tatsächlich umgesetzt.

Die Zufriedenheit fällt dabei ausgesprochen hoch aus: 90 Prozent der Anleger, die KI in diesem Zusammenhang genutzt haben, zeigen sich mit dem Ergebnis zufrieden. Die Zahlen verdeutlichen, wie schnell sich KI-basierte Anwendungen neben klassischen Informationsquellen als Instrument bei privaten Anlageentscheidungen etablieren.

Die Amundi-Studie zeigt damit zwei parallele Entwicklungen: Einerseits wächst die Eigenverantwortung bei der Altersvorsorge, andererseits verändern digitale Technologien die Art und Weise, wie sich Anleger informieren und Entscheidungen treffen. Gleichzeitig bleiben fehlendes Vertrauen in die eigenen Finanzkenntnisse und die Sorge vor Verlusten zentrale Hürden für einen breiteren Zugang zum Kapitalmarkt.

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